54 THOMAS AMSTUTZ Der Feldschlösschen-CEO sieht sich selbst als «Trainer einer guten Mannschaft», der ein motiviertes Team führt und Raum für kreative Ideen lässt. Der 58-jährige Thomas Amstutz leitet das Unternehmen seit 2005, wobei er zwischen 2008 und 2012 vier Jahre als CEO bei den Brasseries Kronenbourg in Frankreich tätig war. Er hat an der HSG Betriebswirtschaft studiert und ist ehemaliger Handballspieler, unter anderem beim Spitzenklub St.Otmar St.Gallen. Thomas Amstutz ist verheiratet und stolzer Vater zweier erwachsener Söhne (22 und 26 Jahre). bis zu 0,0-Volumenprozent-Varianten. Gleichzeitig investieren wir in Ausbildung, Brauerei-Know-how und die Förderung des Schweizer Nachwuchses. Wir müssen am Puls der Bevölkerung bleiben – wer die Menschen im Land nicht versteht, verliert in diesem Business schnell den Anschluss. Heute wird weniger Alkohol konsumiert als noch vor zwanzig Jahren. Wie antizipiert Feldschlösschen diese Entwicklung? Bis weit in die 2000er-Jahre war das Feldschlösschen Schlossgold quasi das einzige alkoholfreie Bier auf dem Schweizer Markt. Den Wunsch nach Alternativen haben wir aktiv vorangetrieben, und heute bieten wir 18 verschiedene alkoholfreie Biere an. Mit Erfolg, denn Genuss ohne Promille ist längst kein Widerspruch mehr, sondern Teil einer modernen Bierkultur. «Zeige mir eine Frau, die wirklich Geschmack am Bier findet, und ich erobere die Welt», hat Kaiser Wilhelm II. gesagt. Hätte er die Welt nicht längst erobern müssen? Absolut! (Lacht). Zum Glück hat sich die Welt seit Wilhelm II. stark verändert. Bier ist längst kein reines Männergetränk mehr. Viele unserer treuen Konsumentinnen beweisen, dass Bier Genuss für alle ist. Viele Feldschlösschen-Mitarbeitende engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen oder Organisationen. Welche Bedeutung hat gesellschaftliches Engagement für Sie und das Unternehmen insgesamt? Thomas Amstutz nimmt am ESAF in Mollis ein Bad in der Menge: «Wer die Menschen nicht kennt, verliert schnell den Anschluss.» Persönliches Engagement stärkt die Verbundenheit. Die Schweiz ist ein Staatswesen, das auf gemeinsamer Verantwortung basiert. Wir sollten bewusster machen, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen bereit sind, sich aktiv einzubringen. Solche Engagements schaffen Nähe und stärken den Zusammenhalt. Spaltung hat dort keinen Platz, wo Menschen einander kennen und miteinander im Austausch bleiben. Auch zwischen Politik und Wirtschaft darf keine Distanz entstehen – denn nur gemeinsam lassen sich Lösungen finden, die unser Land weiterbringen.
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