FSD_Jubi_2026

51 Tief verwurzelt und OFFEN FÜR DIE ZUKUNFT «Wir bewahren unsere Seele und erfinden uns gleichzeitig immer wieder neu»: Feldschlösschen-CEO Thomas Amstutz über den Erfolg der grössten Schweizer Brauerei, den Wert des gemeinsamen Bieres und den Zusammenhalt im Land. Zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer sagen, dass ein gemeinsames Bier zum Zusammenhalt des Landes beiträgt. Wie oft pflegen Sie dieses Ritual? So oft wie möglich! Mit guten Freunden ein Bier zu geniessen, gehört für mich zu den Sternstunden des Lebens. Weil dabei etwas entsteht. Ein Gespräch, ein Gefühl des Miteinanders. Etwas, das in unserer schnellen Welt enorm wertvoll ist. Miteinander ist ein gutes Stichwort: Zu seinem Jubiläum stellt Feldschlösschen den Zusammenhalt in der Schweiz in den Mittelpunkt. Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig – und wie engagiert sich das Unternehmen konkret dafür? Bei einem Geburtstag sind es nicht immer die grossen Gesten, die zählen – und wir möchten auch nicht uns selbst feiern, sondern der Gesellschaft etwas zurückgeben. Unser Herz schlägt für dieses Land, und wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass es sich in jeder Hinsicht positiv weiterentwickelt. Immer mehr Menschen haben das diffuse Gefühl, dass der Zusammenhalt in der Schweiz abnimmt – das ist für uns Anlass, genau hinzuschauen. Mit dem Barometer des Zusammenhalts messen wir, wie stark das Gemeinschaftsgefühl in der Schweiz heute ist und wo es Lücken gibt. Was man misst, wird sichtbarer, kann belegt, aber auch verbessert werden. Das Barometer ist ein kleiner Beitrag für ein enorm wichtiges Thema. Tatsächlich: Nicht weniger als 83 Prozent der von Sotomo im Auftrag von Feldschlösschen Befragten sagten, der Zusammenhalt in der Schweiz habe in den letzten zehn Jahren abgenommen. Teilen Sie diese Meinung? Ja, der gesellschaftliche Zusammenhalt steht heute stärker unter Druck als früher – durch Individualisierung, Schnelllebigkeit und digitale Blasen. Seit der Pandemie leidet die Gastronomie zudem an einer anderen Art von «Long Covid» – viele Menschen, vor allem jüngere, haben sich daran gewöhnt, zu Hause zu bleiben, statt gemeinsam auszugehen. Dabei sind reale Begegnungen heute wertvoller denn je. Haben Sie ein konkretes Beispiel dafür, wie bei einem gemeinsamen Bier eine grosse Idee entstanden ist? Es gibt manchmal diesen einen Moment, in dem ein Gedanke an die Oberfläche kommt, der einen lange begleitet – weil er etwas ausdrückt, das schon in einem geschlummert hat. Solche Ideen entstehen selten in Sitzungszimmern, sondern im offenen Gespräch – oft mit einem Bier in der Hand. So entstand zu Beginn der 2000er-Jahre die Idee, ein kalorienreduziertes Bier zu

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