FSD_Jubi_2026

ALBERT RÖSTI Der SVP-Politiker wurde 1967 in Frutigen im Berner Oberland geboren. Der Agronom hat sein Studium mit dem Doktortitel abgeschlossen. Von 2011 bis 2022 sass er im Nationalrat, von 2016 bis 2020 war er Präsident der SVP Schweiz. Seit 2023 ist Albert Rösti Bundesrat. Er leitet das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, in dessen Verantwortungsbereich die Bahninfrastruktur liegt. Feldschlösschen nutzt seit der Gründung die Bahn als zentrales Transportmittel für seine Produkte. Albert Rösti ist begeisterter Skifahrer und Wanderer, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder (29 und 25 Jahre). zeigt, dass die Schweiz in wichtigen Fragen auch über ideologische Unterschiede hinaus Lösungen findet. Enttäuscht war ich natürlich, dass die STEP-Vorlage, die Autobahnabstimmung, vom Volk nicht angenommen wurde. Auch das gehört zum Amt des Bundesrats. Ich akzeptiere selbstverständlich jedes Resultat. Das Milizsystem und die Vereine sind tragend für unser Land. Doch es wird schwieriger, engagierte Personen zu finden. Wie können wir dazu Sorge tragen? Wir müssen die Rahmenbedingungen so gestalten, dass freiwilliges Engagement einfacher wird – weniger Bürokratie, bessere Vereinbarkeit mit Beruf und Familie. Auch Anerkennung spielt eine Rolle: Wer sich einsetzt, soll spüren, dass es geschätzt wird. In Beizen kommen Menschen zusammen. Welche Rolle spielt die Gastronomie bezüglich Gemeinsinn? Eine grosse. Restaurants und Beizen sind gerade in Dörfern oft das Herz des gesellschaftlichen Lebens und weit mehr als bloss Orte der Verpflegung. In ihnen begegnen sich Menschen, die sonst vielleicht nicht zusammenkämen. Bei einem gemeinsamen Bier lassen sich viele Probleme lösen. Erinnern Sie sich an Feierabendbiere, die politische Fronten entschärft haben? Als ich Gemeindepräsident von Uetendorf war, gab es im Gremium jeweils viele Diskussionen. Anschliessend am Stammtisch haben wir am Ende nicht über Politik, sondern über unsere Familien gesprochen – und plötzlich war die Distanz weg. Solche Begegnungen sind für den politischen Alltag sehr wertvoll. Welche Verantwortung haben Traditionsunternehmen wie Feldschlösschen? Sie übernehmen weit mehr als eine wirtschaftliche Rolle. Sie schaffen Arbeitsplätze, sind regional verankert und bieten Orte der Begegnung. Wer kennt nicht das Schloss, das man sieht, wenn man auf der Autobahn bei Rheinfelden unterwegs ist? Grillieren, Wandern und Biertrinken gehören in der Schweiz zu den verbindendsten Aktivitäten. Wo erleben Sie privat Gemeinschaft? Ich geniesse es sehr, mit der Familie wandern zu gehen und danach gemeinsam einzukehren. Dieses Zusammensein, verbunden mit Natur und guten Gesprächen, ist für mich ein Stück gelebte Schweiz. Was macht Ihnen Hoffnung für die Zukunft des Zusammenhalts in der Schweiz? Mir macht Hoffnung, dass junge Menschen wieder stärker Interesse zeigen, sich zu engagieren – sei es in Politik, Umwelt, Vereinen oder Nachbarschaften. Dieses Verantwortungsgefühl der neuen Generation trägt den Zusammenhalt weiter. Feldschlösschen feiert 150 Jahre. Was sind Ihre persönlichen Wünsche für die nächsten 150 Jahre? Ich wünsche Feldschlösschen, dass es weiterhin Menschen zusammenbringt – mit Qualität, mit Verlässlichkeit und mit Orten, die Begegnungen ermöglichen. Und dass es damit auch in Zukunft ein Stück Schweizer Identität verkörpert. Ein Bundesrat zum Anfassen: Albert Rösti bei der Bundesfeier 2025 auf dem Europaplatz in Luzern. 34

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