FSD_Jubi_2026

Die Arbeit ist getan, der Einkauf erledigt, die Freizeit verdient. Über dem Schrebergarten von Thomas in Zürich-Witikon strahlt die Sonne. Die vier Freunde Hossein, Ulli, Pete und Thomas haben gemeinsam gekocht, gelacht, gefachsimpelt. Jetzt setzen sie sich hin und öffnen ein Feldschlösschen. «Das gemeinsame Bier, das Miteinander: Das öffnet die Seele», sagt Ulli, der hoch über Zürich seinen Garten Eden gefunden hat. Schon seit gut zehn Jahren kommt man hier in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. Das Ganze hat begonnen, als sich Ulli und Thomas über ihre befreundeten Söhne kennenlernten. Was Ulli besonders schätzt: «Weil wir alle aus unterschiedlichen Berufsfeldern kommen, entstehen immer wieder Gespräche, die den Horizont erweitern und Verständnis für Menschen in anderen Situationen schaffen.» In der Schweiz ist es nicht der grosse Auftritt, der zählt. Es sind die kleinen Dinge. Die Gesten, die niemand verlangt, aber alle schätzen. Das Miteinander, das nicht gross geplant werden muss, weil es einfach dazugehört. Weil es verbindet. Das Treffen im Schrebergarten zum Beispiel. Oder der Sport, das Singen im Chor, das Quartierfest, der Festivalbesuch, Jassabende und Tanzveranstaltungen. Auf das UNS kommt es an! Überall im Land treffen sich Menschen, helfen einander, lachen und feiern miteinander – und sorgen so für den Kitt, der die Willensnation Schweiz zusammenhält. Auch im Berner Marzilibad, wo sich Matteos Zereit eine unbeschwerte Zeit im Freundeskreis gönnt (Bild oben). «Weil wir im Alltag oft nebeneinander herlaufen, sind solche gemeinsamen Momente und echte Begegnungen wichtiger denn je», sagt der junge Mann. In den Vereinen lebt der Zusammenhalt Ein Herzstück unserer Kultur sind die rund 100000 Vereine. Ob Musik- oder Schützengesellschaften, Turn- oder Yoga-Gruppen, Ski- oder Fussballklubs, Feuerwehren, Quartiervereine, und, und, und: Sie sind Orte, an denen Gemeinschaft gelebt wird, zugleich Lebensschule und ein schönes Stück Heimat. Hier lernt man Teamgeist, übernimmt Verantwortung, pflegt Freundschaften. Und das oft das ganze Leben lang. Wie tief dieses Miteinander-Gefühl sein kann, weiss Ivan Juric. Für den Sportchef des FC Wald ist der Fussballklub mehr als bloss ein sportlicher Treffpunkt: «Seit ich denken und laufen kann, ist der FC fest in meinem Leben verankert. Mein Vater war bereits Trainer und Spieler, mehrere Familienmitglieder sind noch immer im Verein und in der Mannschaft», erzählt der 36-Jährige. Der FC Wald sei sein soziales Umfeld. «Wir sind immer füreinander da und helfen einander, wo wir können.» Am wichtigsten sei diese Verbundenheit, «wenn man emotional völlig nackt dasteht und es nicht möglich ist, die Gefühle zu überspielen – sei das Freude, Leid, Nervosität oder Stolz». Als Ivan Jurics Team im letzten Jahr den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, war das nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein emotionaler Höhepunkt. Für den Sportchef, für die Mannschaft, für das ganze Dorf, das gebührend gefeiert hat (Bild unten links). «Da haben wir uns schon ein paar Feldschlösschen gegönnt», erzählt Ivan Juric. Mit der Marke sei der FC Wald «seit Jahren partnerschaftlich verbunden. Sie ist ein fester Bestandteil des Klubs, ohne sie würde etwas fehlen.» Das Leben findet vor der Tür statt – nicht im Internet. Die Menschen in der Schweiz leben Zusammenhalt auf unterschiedlichste Weise – in Vereinen und in Schrebergärten, am Feierabend und im Ausgang, in der Feuerwehr und in gemeinnützigen Organisationen. Der Berner Matteos bringt auf den Punkt, was sie alle verbindet: «Echte Begegnungen und gemeinsame Momente sind wichtiger denn je.» 24

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