Durst 07/2021
People & Unterhaltung 17 In den frühen 1990er-Jahren gründete Hans-Willy Brockes den ersten digitalen Marktplatz für Sponsoren und Sucher, die «ESB-Europäische Sponsoringbörse». Diese wurde 2014 in «ESB Marketing Netzwerk» umbenannt und ist heute Marktführer für Know-how und Kontakte im professionellen Markt für Sport, Entertainment und Marketing. Die ESB führt auch Veranstaltungenwie das «Sport.Forum.Schweiz» durch. In Zusam menarbeit mit Feldschlösschen bietet sie Sonderkonditionen für Weiterbildungsangebote und Events. Interessenten können sich per Mail an durst@esb-online.com für den Angebotsnewsletter einschreiben oder über www.esb-online.com/feldschloesschen auf aktuelle Angebote zugreifen. www.esb-online.com «Digitale Angebote sind ein Muss» Hans-Willy Brockes ist Gründer und Geschäftsführer des «ESB Marketing Netzwerk» und ein profunder Kenner des Schweizer Sponsoring- und Grossevent-Bereichs. DURST hat mit ihm über die Auswirkungen von Corona auf Sportklubs und Festivalveranstalter gesprochen. Dabei zog Hans-Willy Brockes auch Parallelen zur Gastronomie. Sponsoring-Experte Hans-Willy Brockes: «Wer starke Erlebnisse bietet, kann seinen Event weiterhin finanzieren.» Hans-Willy Brockes, Gründer ESB Marketing Netzwerk Sie beschäftigen sich mit Sponsoring und Grossevents. Wie ist der Zustand dieser Branche nach mehr als einem Jahr Corona? Die Pandemie hat nichts anderes gemacht, als gewisse Entwicklungen zu beschleunigen, was Fluch und Segen zugleich ist. Einnahmequellen wie Tickets und Hospitality sind bei vielen Ver- anstaltern gegen null gefallen. Das ist der Fluch. Und nun zum Segen: Wer digitale Leistungen anbietet, wird von den Sponsoren belohnt. Da stelle ich eine grosse Kulanz fest. Im digitalen Bereich mache ich neue Potenziale aus. Gene- rell ist es imEvent- und Sponsoring-Bereich wie fast überall: Es gibt Verlierer und Gewinner. Das Virus zwingt die Branche also, neue Wege zu gehen? Neue digitale Angebote waren schon vor Corona angezeigt, jetzt sind sie ein Muss geworden. Während Monaten konnten die Veranstalter den Fans nur digital etwas bieten. Jetzt sind immer grössere Events wieder erlaubt. Wie sehen Sie deren Zukunft? Wir müssen begreifen, dass Live Luxus ist. Das hat viele Konsequenzen. Netto wird man viel- leicht nicht mehr so hohe Zahlen erreichen wie in der Vergangenheit, aber wer starke Erlebnis- se bietet, kann seinen Event mit dem Verkauf von Tickets und dem Sponsoring weiterhin so- lide finanzieren. Wer für die Zielgruppe aber schon vor der Pandemie austauschbar war, wird es schwer haben. Gerade jüngere Genera- tionen haben durch Corona in einer wichtigen Lebensphase gelernt, dass man auch mit we- niger Live-Sport und -Entertainment glücklich sein kann. Das Zu-Hause-Rumhängen hat sich in den letzten Monaten stark etabliert. In Zu- kunft wird man sich wohl pro Jahr zwei, drei Open-Airs herauspicken, aber nicht mehr jedes Wochenende an ein Festival gehen. Im Gegen- zug werden mehr Serien geschaut, und auch der E-Sport erfreut sich steigender Zahlen. Gilt das auch für die Gastronomie? Werden die Leute in Zukunft weniger in Restaurants einkehren? Nein, da sehe ich im Gegenteil eher einen Nachholbedarf. Während die Nachfrage bei allen Generationen schon bald wieder min- destens so hoch wie vor Corona sein wird, dürfte das Angebot eher abnehmen. Das ist natürlich positiv für alle Gastronomen, deren Betriebe die Krise gut überstanden haben. Auch in der Gastronomie gilt in Zukunft aller- dingsmehr denn je: Man darf nicht austausch- bar sein undmuss denGästen deshalb ausser gewönliche Erlebnisse bieten. In der Gastronomie hat das Bedürfnis nach Weiterbildung zugenommen. Ist das auch in IhremBereich der Fall? Die Nachfrage nach Weiterbildungsangeboten ist enorm. Viele Veranstalter und Sponsoren suchenzuvorderst immernachdemInnovativs ten. Andere hingegen schauen erst mal, wie gewisse Themen auf dem Markt ankommen und ignorieren Weiterbildungsthemen. Letztere haben zunehmend Probleme, ihren Sponsoren etwas zu bieten. Die Automatisierung und die Interaktion mit den Fans haben an Bedeutung gewonnen, da muss man in puncto IT-Know- how vorne dabei sein. Das Schweizer Eishockey zum Beispiel ist innovativ und hat eine grosse Interaktion mit seinen Fans. Deshalb ist es im Schweizer Sponsoring führend. Geht die Schere zwischen reichen und armen Klubs wegen Corona weiter auf? Ja und nein. Klubs mit reichen Mäzenen sind nicht gezwungen, sich wirklich Mühe zu geben. Wem das Geld hingegen nicht einfach so zu- fliesst, muss kreativ sein und hat die Chance, jetzt doppelt zu punkten. Nehmen wir als Bei- spiel den SC Bern: Der grösste Eishockeyver- ein des Landes verfügt kaum über Mäzene und musste deshalb echte Strukturen und mit dem Gastrobereich ein zweites Standbein aufbauen. E SB-SONDERKOND I T I ONEN FÜR DURST- LE SER
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